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Insulinresistenz ab 50 erkennen: Diese frühen Warnzeichen solltest Du ernst nehmen

Veröffentlicht auf www.50plusfit.de von Mario Bielitz


Zusammenfassung: Insulinresistenz entwickelt sich oft still. Viele Menschen über 50 merken lange nichts Konkretes, obwohl der Stoffwechsel bereits aus dem Takt gerät. Der Körper braucht dann immer mehr Insulin, um den Blutzucker in Schach zu halten. Sichtbar wird das häufig nicht zuerst am Labor, sondern im Gesamtbild: mehr Bauchfett, weniger Energie, schlechtere Blutfette, steigender Blutdruck, manchmal auch eine Fettleber. Die gute Nachricht: Gerade in diesem frühen Stadium lässt sich oft viel bewegen. Wer rechtzeitig hinschaut, kann mit Gewichtsreduktion, Bewegung, Schlafpflege und einer klugen Ernährung das Risiko für Prädiabetes und Typ-2-Diabetes oft deutlich senken.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung: Wenn der Stoffwechsel leise kippt

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Stell Dir Deinen Stoffwechsel wie einen großen Bahnhof vor. Jahrzehntelang laufen die Züge fast automatisch: Essen rein, Energie raus, alles halbwegs geordnet. Doch irgendwann ab 50 werden einige Weichen träger. Die Muskulatur nimmt langsam ab, Bauchfett wird hartnäckiger, der Schlaf wird oft schlechter, Stress frisst mehr Reserven. Und plötzlich fährt der Zug nicht mehr sauber durch, obwohl von außen noch alles normal aussieht.

Genau so beginnt Insulinresistenz häufig: nicht mit einem dramatischen Knall, sondern mit einem leisen Verschieben vieler kleiner Regler. Du bist vielleicht schneller müde, nimmst am Bauch zu, hast nach dem Essen ein Leistungstief oder wunderst Dich über auffällige Blutwerte. Das Problem: Keines dieser Zeichen beweist für sich allein eine Insulinresistenz. Aber zusammen können sie ein wichtiges Frühwarnmuster bilden.

☝🏻 WISSENSWERT☝🏻 Insulinresistenz ist meist kein einzelnes Symptom, sondern eher ein Muster aus Bauchfett, Blutdruck, Blutfetten, Blutzucker und Leberstoffwechsel.


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Was Insulinresistenz eigentlich ist

Insulin ist ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse. Es hilft dabei, Glukose – also Zucker aus dem Blut – in die Zellen zu bringen, vor allem in Muskeln, Leber und Fettgewebe. Vereinfacht gesagt: Insulin ist der Türöffner, der den Treibstoff in die Zelle schleust. Bei Insulinresistenz reagieren diese Zellen schlechter auf das Signal. Der Körper versucht das zunächst auszugleichen, indem er mehr Insulin ausschüttet. Das kann über Jahre funktionieren, bevor Blutzuckerwerte überhaupt klar entgleisen.

Wichtig ist die Unterscheidung: Insulinresistenz beschreibt den biologischen Mechanismus, Prädiabetes ist bereits eine klinisch messbare Vorstufe von Diabetes. Typischerweise liegen beim Prädiabetes entweder ein erhöhter Nüchternblutzucker, ein grenzwertiger HbA1c oder ein auffälliger Zuckerbelastungstest vor. Erst darüber beginnt die klare Diabetesdiagnostik.

Das Entscheidende für Deinen Alltag: Du kannst metabolisch schon in die falsche Richtung laufen, lange bevor „Diabetes“ auf dem Befund steht. Genau deshalb ist das frühe Erkennen so wertvoll.


Warum das Thema ab 50 besonders wichtig wird

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Ab 50 verändert sich der Körper nicht schlagartig, aber spürbar. Die Muskelmasse nimmt tendenziell ab, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Gleichzeitig wird viszerales Fett – also das Fett tief im Bauchraum – oft mehr. Und genau dieses Bauchfett ist metabolisch besonders ungünstig.

Dazu kommt: Schlafstörungen, Bewegungsmangel, chronischer Stress, manche Medikamente und manchmal auch eine beginnende Fettleber verstärken das Problem. Insulinresistenz ist deshalb kein reines „Zucker-Thema“, sondern ein Stoffwechselthema mit Verbindungen zu Entzündung, Gefäßen, Leber, Gewicht, Energie und Lebensqualität.

Wissenswert: Bauchfett ist nicht bloß ein optisches Thema. Es verhält sich wie ein stoffwechselaktives Organ und funkt in viele Regelkreise hinein.


Frühe Warnzeichen, die Du ernst nehmen solltest

1. Zunehmendes Bauchfett und größerer Taillenumfang

Das früheste und praktischste Warnsignal ist oft nicht das Labor, sondern der Bauch. Wer vor allem am Rumpf zunimmt, hat häufiger ein Problem mit viszeralem Fett. Das ist enger mit Insulinresistenz verbunden als der reine BMI. Du kannst also sogar mit „halbwegs normalem Gewicht“ metabolisch ungünstig aufgestellt sein, wenn sich Fett ungünstig verteilt.

2. Auffällige Blutzuckerwerte im Grenzbereich

Ein Nüchternwert knapp über dem Normalbereich, ein HbA1c im oberen Norm- oder Prädiabetesbereich oder ein auffälliger Zuckerbelastungstest sind keine Nebensache. Gerade diese „noch nicht richtig krank“-Zone ist die Phase, in der Prävention am meisten Hebel hat.

3. Erhöhter Blutdruck und ungünstige Blutfette

Insulinresistenz reist selten allein. Häufig finden sich parallel mehr Triglyceride, weniger HDL-Cholesterin, mehr Blutdruckprobleme und stammbetonte Gewichtszunahme. Diese Kombination wird oft als Teil des metabolischen Syndroms beschrieben.

4. Fettleber oder erhöhte Leberwerte

Eine metabolisch assoziierte Fettleber kann ein sehr früher Spiegel des Problems sein. Die Leber wird dann gewissermaßen zum Zwischenlager für überschüssige Energie. Das ist kein Randthema, sondern oft ein zentraler Baustein der Insulinresistenz.

5. Müdigkeit nach dem Essen, Leistungstiefs, Heißhunger

Solche Beschwerden sind unspezifisch. Sie können zu Insulinresistenz passen, müssen es aber nicht. Genau hier ist Ehrlichkeit wichtig: Ein Mittagstief oder Heißhunger ist kein Diagnosewerkzeug. Es sind eher weiche Hinweise, die erst zusammen mit Bauchfett, Blutwerten und Risikofaktoren Bedeutung bekommen.

6. Hautveränderungen und wiederkehrende metabolische Warnzeichen

Bestimmte Hautzeichen wie dunklere, samtige Veränderungen in Hautfalten können mit Insulinresistenz zusammenhängen, sind aber kein verlässlicher Screeningtest für die breite Bevölkerung. Sie gehören eher in die Kategorie: klinisch plausibel, aber nicht allein aussagekräftig.

☝🏻WISSENSWERT☝🏻 Müdigkeit nach dem Essen kann ein Hinweis sein – aber nie ein Beweis. Stoffwechselmedizin funktioniert besser mit Mustern und Messwerten als mit Bauchgefühl.


Welche Tests wirklich sinnvoll sind

Für die Praxis sind vor allem drei Dinge wichtig: Nüchternglukose, HbA1c und bei Bedarf der orale Glukosetoleranztest (oGTT). Der oGTT ist der Zuckerbelastungstest: Du trinkst eine definierte Glukoselösung, danach wird gemessen, wie gut Dein Körper damit umgeht. Gerade wenn Nüchternwert und HbA1c grenzwertig oder widersprüchlich sind, kann dieser Test sehr hilfreich sein.

Der HbA1c ist praktisch, weil er einen längeren Zeitraum abbildet. Aber er ist nicht unfehlbar. Bei bestimmten Situationen – etwa Veränderungen der roten Blutkörperchen oder relevanten Begleiterkrankungen – kann er weniger zuverlässig sein. Dann braucht es ärztliche Einordnung statt blinden Vertrauens in eine einzige Zahl.

Oft wird gefragt, ob man nicht einfach Nüchterninsulin oder HOMA-IR messen sollte. Wissenschaftlich ist das spannend. Für den medizinischen Alltag ist es bisher aber nicht Standard, weil Grenzwerte und praktische Einordnung deutlich schwieriger sind als bei den etablierten Bluttests. Interessant ist das also schon – aber nicht als Hauptempfehlung für die Routine.


Was nachweislich hilft – und was eher Zusatzmusik ist

Was gut belegt ist

1. Moderate Gewichtsreduktion

Der größte Hebel ist nicht Perfektion, sondern Richtung. Schon eine moderate Gewichtsreduktion kann die Insulinsensitivität deutlich verbessern. Gerade im frühen Stadium lässt sich dadurch oft sehr viel gewinnen.

2. Regelmäßige Bewegung – und zwar nicht nur Spazierengehen

Bewegung wirkt wie ein natürlicher Glukose-Senker. Vor allem Muskeln sind ein riesiger Blutzucker-Puffer. Je mehr aktive Muskulatur Du nutzt, desto besser kann Dein Körper Zucker verarbeiten. Darum ist Krafttraining ab 50 so wertvoll: Es verbessert nicht nur Kraft und Stabilität, sondern auch die Insulinsensitivität.

Ideal ist die Kombination aus Alltagsbewegung, Ausdauertraining und 2 bis 3 Krafteinheiten pro Woche. Nicht entweder-oder, sondern beides. Genau das macht den Unterschied zwischen „ich verbrenne mal Kalorien“ und „ich verbessere wirklich meinen Stoffwechsel“.

3. Ernährungsmuster statt Diätpanik

Gut belegt ist nicht die eine Wunderdiät, sondern ein günstiges Muster: weniger hochverarbeitete Lebensmittel, mehr Ballaststoffe, mehr Eiweiß in sinnvoller Menge, mehr Gemüse, bessere Fette, weniger Kalorienüberschuss. Entscheidend ist, dass die Ernährung zu Dir passt und langfristig durchhaltbar ist.

4. Schlaf als Stoffwechselpflege

Zu wenig Schlaf ist kein Luxusproblem. Schlechter oder zu kurzer Schlaf kann die Insulinsensitivität messbar verschlechtern. Anders gesagt: Schlechter Schlaf kann Deinen Stoffwechsel in die falsche Richtung schubsen, auch wenn Ernährung und Bewegung halbwegs stimmen.

☝🏻 Wissenswert☝🏻 Muskel ist Dein größter „Zuckerschwamm“. Krafttraining ist deshalb nicht nur Fitness, sondern echte Stoffwechselmedizin.

Was teilweise belegt ist

Low Carb

Kohlenhydratärmere Ernährungsformen können kurzfristig Blutzucker, Gewicht und Hungerregulation verbessern. Für manche Menschen funktionieren sie hervorragend, für andere nicht. Low Carb ist also ein Werkzeug, nicht die einzige Wahrheit.

Time-Restricted Eating und Intervallfasten

Zeitlich begrenztes Essen kann für manche Menschen hilfreich sein, etwa weil es Kalorienüberschuss reduziert und Essstruktur verbessert. Aber: Nicht jeder profitiert gleich, und gerade ab 50 muss man auf Proteinversorgung, Muskelmasse und Alltagstauglichkeit achten. Das ist plausibel und teils vielversprechend, aber kein Selbstläufer für alle.

Schlafapnoe-Therapie

Wenn starkes Schnarchen, Atemaussetzer, morgendliche Erschöpfung oder Tagesmüdigkeit dazukommen, sollte auch an Schlafapnoe gedacht werden. Sie ist mit Insulinresistenz verknüpft. Die Behandlung kann auch metabolisch sinnvoll sein, sollte aber individuell ärztlich eingeordnet werden.

Supplemente

Magnesium, Vitamin D, Zimt oder Berberin werden oft genannt. Hier gilt: teilweise untersucht, aber mit gemischten Ergebnissen und teils relevanten Sicherheitsfragen. Bei nachgewiesenem Mangel oder klarer Indikation kann Ergänzung sinnvoll sein. Als Haupttherapie gegen Insulinresistenz taugen Supplemente aber nicht.

Was plausibel, aber noch nicht ausreichend gesichert ist

Stressregulation, Atemübungen, Achtsamkeit und bessere psychosoziale Stabilität sind biologisch plausibel sinnvoll, weil sie Schlaf, Essverhalten, Bewegungsadhärenz und Stressachsen beeinflussen. Sie sind wahrscheinlich hilfreich als Verstärker, aber nicht der Primärhebel wie Gewichtsreduktion, Training und Ernährung.

Auch digitale Scores, Wearables und moderne Biomarker jenseits der Routineversorgung sind spannend. Für den Versorgungsalltag sind sie derzeit aber noch nicht der Goldstandard.


Ganzheitlich denken: Stoffwechsel ist Teamarbeit

Der Stoffwechsel ist kein Soloinstrument. Er ist eher ein Orchester. Ernährung liefert das Material. Bewegung bestimmt, wie gut es verarbeitet wird. Schlaf stimmt das System. Stress kann die Lautstärke verzerren. Entzündung, Leberstoffwechsel und Bauchfett mischen im Hintergrund mit. Und Deine Lebensqualität entscheidet mit darüber, ob Du Veränderungen überhaupt durchhältst.

Genau deshalb scheitern viele Menschen nicht an fehlendem Wissen, sondern an einem zu engen Blick. Wer nur Kohlenhydrate zählt, aber kaum schläft, verliert oft. Wer spazieren geht, aber nie die Muskulatur fordert, nutzt nur einen Teil des Potenzials. Wer zu Supplementen greift, aber den Kalorienüberschuss, die Bewegungsarmut und die Schlafapnoe ignoriert, behandelt eher die Dekoration als das Fundament.

☝🏻WISSENSWERT☝🏻 Der beste Stoffwechselplan ist nicht der extremste, sondern der, den Du in sechs Monaten noch umsetzt.


Praxis-Teil für den Alltag ab 50

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Hier ist der alltagstaugliche Weg – nicht perfekt, aber wirksam.

1. Miss Deinen Bauch, nicht nur Dein Gewicht

Notiere Körpergewicht und Taillenumfang. Der Bauch ist oft der sensiblere Frühindikator als die Waage allein.

2. Lass die Basiswerte prüfen

Sinnvoll sind je nach Ausgangslage: Nüchternglukose, HbA1c, Blutfette, Blutdruck, eventuell Leberwerte und bei Bedarf ein oGTT. So wird aus diffusem Verdacht ein klares Bild.

3. Plane 150 Minuten Bewegung pro Woche – realistisch

Nicht „ab morgen jeden Tag eine Stunde“. Besser: fünfmal 30 Minuten zügiges Gehen, Radfahren oder ähnliches. Plus zwei kurze Krafttrainings pro Woche. Schon das ist metabolisch stark.

4. Iss so, dass Dein Blutzucker weniger Achterbahn fährt

Baue Mahlzeiten um Eiweiß, Gemüse, Ballaststoffe und vernünftige Fette herum. Flüssigkalorien, Süßigkeiten, Dauer-Snacking und hochverarbeitete Kombinationen aus Fett, Zucker und Weißmehl sind für viele der eigentliche Brandbeschleuniger.

5. Schlafe, als wäre es Therapie

Sieben bis acht Stunden sind kein Dogma, aber eine gute Zielgröße. Wenn Du laut schnarchst, tagsüber schläfrig bist oder Atemaussetzer vermutet werden: abklären lassen. Schlaf kann eine unterschätzte Stoffwechselschraube sein.

6. Reduziere Komplexität

Du brauchst nicht sofort Biohacking mit 14 Regeln. Fang mit drei Dingen an: mehr Schritte, mehr Muskulatur, weniger Kalorienüberschuss.

7. Denke in 12 Wochen, nicht in 12 Tagen

Insulinresistenz entsteht nicht übers Wochenende. Sie verschwindet meist auch nicht übers Wochenende. Aber einige Wochen kluge Veränderungen können Laborwerte, Energie und Bauchumfang bereits sichtbar beeinflussen.

☝🏻Wissenswert☝🏻 Die beste Strategie gegen Insulinresistenz ist oft erstaunlich unspektakulär: etwas weniger Bauchfett, etwas mehr Muskel, etwas besserer Schlaf – aber konsequent.


Wann ärztliche Abklärung wichtig ist

Bitte nicht nur an Lifestyle denken, wenn bereits deutliche Warnzeichen da sind. Ärztlich abklären lassen solltest Du das Thema besonders dann, wenn Du:

  • wiederholt erhöhte Nüchtern- oder HbA1c-Werte hast,
  • stark am Bauch zunimmst und gleichzeitig Blutdruck oder Blutfette entgleisen,
  • sehr müde bist und zusätzlich laut schnarchst oder Atemaussetzer vermutet werden,
  • eine Fettleber, erhöhte Leberwerte oder familiär viel Typ-2-Diabetes hast,
  • Symptome wie starken Durst, häufiges Wasserlassen, Sehverschlechterung oder ungewollten Gewichtsverlust bemerkst.

Für ältere Menschen ist außerdem die Medikationsfrage wichtig. Kortisonpräparate können Blutzuckerprobleme fördern oder verstärken. Bei Menschen, die bereits Diabetesmedikamente einnehmen, sind Unterzuckerungen ein zentrales Sicherheitsthema.

Auch bei komplementären Ansätzen braucht es einen nüchternen Blick: Berberin kann Arzneimittel-Wechselwirkungen verursachen. Cassia-Zimt kann relevante Mengen Cumarin enthalten. Magnesium ist bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht automatisch harmlos.

☝🏻WISSENSWERT☝🏻 „Natürlich“ heißt nicht automatisch „nebenwirkungsfrei“. Gerade Berberin und hoch dosierte Zimtpräparate verdienen denselben Respekt wie Medikamente.


FAQ: 15 häufige Fragen

1. Was ist Insulinresistenz in einfachen Worten?

Deine Zellen reagieren schlechter auf Insulin. Der Körper muss mehr davon ausschütten, damit der Zucker trotzdem aus dem Blut in die Zellen kommt.

2. Ist Prädiabetes schon Diabetes?

Nein. Prädiabetes ist die Vorstufe. Die Werte sind erhöht, aber noch nicht im Diabetesbereich. Gerade dann ist Gegensteuern besonders wirksam.

3. Kann ich Insulinresistenz auch ohne starkes Übergewicht haben?

Ja. Vor allem ungünstig verteiltes Bauchfett und Fett in der Leber können auch bei moderatem BMI problematisch sein.

4. Welche Blutwerte sind am wichtigsten?

Meist Nüchternglukose, HbA1c und bei Bedarf der orale Glukosetoleranztest. Dazu passen Blutfette und Leberwerte oft gut ins Gesamtbild.

5. Reicht der HbA1c allein?

Oft hilft er sehr, aber nicht immer. In speziellen Situationen kann er ungenau sein. Dann braucht es zusätzliche ärztliche Einordnung oder weitere Tests.

6. Ist Bauchfett wirklich so wichtig?

Ja. Viszerales Fett ist metabolisch besonders aktiv und eng mit Insulinresistenz verknüpft.

7. Was bringt am meisten: Abnehmen oder Sport?

Beides zusammen ist am stärksten. Schon moderate Gewichtsreduktion plus regelmäßige Bewegung senken das metabolische Risiko deutlich.

8. Ist Krafttraining wirklich so wichtig?

Ja. Muskeln sind ein zentraler Ort der Glukoseverwertung. Krafttraining verbessert daher nicht nur Kraft und Haltung, sondern auch die Insulinsensitivität.

9. Hilft Low Carb gegen Insulinresistenz?

Es kann helfen, vor allem kurzfristig. Aber es ist nicht die einzige sinnvolle Strategie. Entscheidend sind Qualität, Alltagstauglichkeit und Durchhalten.

10. Ist Intervallfasten für Menschen ab 50 sinnvoll?

Für manche ja, für manche nein. Es kann hilfreich sein, sollte aber nicht zu Muskelverlust, Unterversorgung oder dauerhaftem Stress werden.

11. Können Supplemente das Problem lösen?

Nein. Sie können in Einzelfällen ergänzen, aber nicht das Fundament ersetzen. Ernährung, Bewegung, Schlaf und Gewichtsmanagement bleiben die Haupthebel.

12. Welche Supplements sind besonders kritisch?

Vor allem Berberin wegen möglicher Arznei-Interaktionen und hoch dosierte Cassia-Zimtpräparate wegen Cumarin. Auch Magnesium ist bei Nierenproblemen nicht banal.

13. Kann schlechter Schlaf wirklich den Zuckerstoffwechsel verschlechtern?

Ja. Schlechter oder zu kurzer Schlaf kann die Insulinsensitivität messbar verschlechtern.

14. Welche Medikamente können das Risiko erhöhen?

Vor allem Glukokortikoide wie Kortison sind relevant. Auch bestimmte andere Medikamente können den Zuckerstoffwechsel ungünstig beeinflussen und sollten ärztlich eingeordnet werden.

15. Wann sollte ich unbedingt zum Arzt?

Wenn Werte wiederholt auffällig sind, typische Diabetes-Symptome auftreten, Du stark schnarchst mit Tagesmüdigkeit oder mehrere Risikofaktoren zusammenkommen.


Fazit

Insulinresistenz ist kein Schicksal und schon gar kein Grund für Panik. Aber sie ist ein Warnsignal, das Du ernst nehmen solltest. Vor allem ab 50 lohnt es sich, nicht nur auf das Gewicht zu schauen, sondern auf das ganze Muster: Bauchfett, Bewegung, Muskelmasse, Schlaf, Blutwerte, Leber, Stress und Lebensqualität.

Die stärkste Botschaft ist am Ende erstaunlich bodenständig: mehr Muskel, weniger Bauchfett, bessere Essstruktur, besserer Schlaf, früher messen statt spät erschrecken. Genau darin liegt die Chance. Nicht in der perfekten Diät. Nicht in der Wunderkapsel. Sondern in einem klugen, konsequenten Alltag, der den Stoffwechsel wieder auf Spur bringt.


Medien- und Empfehlungsbereich

3 Bücher / Standardwerke

  • Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes – wertvoll für die deutsche Versorgungsperspektive, besonders zu Screening, Diagnostik und Therapie.
  • Standards of Care in Diabetes – internationaler Referenzstandard für evidenzbasierte Empfehlungen zu Prädiabetes, Diagnostik, Lebensstil und Therapie.
  • Textbook of Diabetes – fundiertes Standardwerk mit Tiefgang für Pathophysiologie und modernes Diabetesmanagement.

3 relevante Videos

  • CDC: Reverse Prediabetes Anytime, Anyplace – seriöser Einstieg in alltagstaugliche Prävention.
  • Cleveland Clinic: What Is Insulin Resistance? – verständliche Einführung in Mechanismus, Risiken und Behandlung.
  • CDC: National Diabetes Prevention Program Videos – hilfreiche Materialien rund um Lebensstil und Prävention.

Quellennachweis

Dieser Artikel basiert auf einer evidenzorientierten Recherche mit Schwerpunkt auf:

  • deutschen Leitlinien und Versorgungsleitlinien zu Typ-2-Diabetes und Prädiabetes,
  • internationalen Standards zur Diagnostik und Prävention,
  • systematischen Reviews und Meta-Analysen zu Bewegung, Krafttraining, Schlaf und Ernährung,
  • Studien zur Bedeutung von viszeralem Fett, Fettleber und metabolischem Syndrom,
  • Sicherheitsdaten zu Medikamenten, Fastenstrategien und Nahrungsergänzungen.

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